ART FILM THEATER UND LITERATUR AUS BASEL


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Erster Akt

theater biography

Die Personen:

Einman

Alter Mann

Polizist

Putzfrau

Elektriker

Richter

Einmans Vater

Anwalt

Direktor der Leichenhalle

Geschworene (7 Statisten, Frauen und Männer)

Schnecken (Kinder als Statisten,2 weiblich und zwei männlich)

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Polizeiposten in Basel-Stadt

Vorhang. Bühne und die Zellen beleuchteten


Zwei Zellen. Plastikbecher und leere Mineralwasser-Flaschen schmücken den Fußboden der Zellen. Vier Matratzen auf dem Boden. Vier blaue Duvet‘s. Diverses Kinderspielzeug in den Zellen. Ein paar Bücher. Papier und Malfarben für Kinder auf den Matratzen. Einige Bilder hängen an den Wänden der Zellen. Die Zeichnungen zeigen Riesenzellen als Monster. Außerhalb der Zellen ist der Boden aus weißem Marmor und glänzend. Die wenigen Möbel sind sauber und gut gepflegt. Auf dem Tisch ein Computer. Neben dem Tisch sind eine Kaffeemaschine und ein Polizeifunkgerät. Am Eingang der Polizeistation gibt es eine schwarze Ledercouch und einen kleinen Tisch mit diversen Zeitschriften. An den Wänden des Polizeiposten sind Fotografien von Verbrechern und Phantomzeichnungen der Brandstifter von Riehen: ein altes Poster von Noel füllt eine weitere Mauer. Drei Gummibäume dekorieren den Polizeiposten.


Vormittag Erster Akt


Einman hat frisierte blonde Haare und ist unordentlich. Gerüchte von Ratten unter der Bühne. Einman mit Händen und Füßen gefesselt in einer Zelle. Er ist jung und Sohn eines reichen Bankiers. Seine Kleidung ist modern und teuer. Er trägt eine Rolex an seinem Handgelenk und sein Hals ist voller Goldketten. Er teilt die Zelle mit einem eleganten alten Mann. Einman versucht auf die Gitter zu steigen, um einen Brief zu erreichen, den er für seine Mutter geschrieben hatte.
EINMAN (Schreit) „Die Post ist gekommen, die Post ist gekommen. (pause) Während Einman mit dem Publikum monologisiert, spielen die andere Gefangene mit seinem Schatten. „Erst die Detektive sind gekommen, dann die Schreiber, dann die Richter, dann, die hurra! und dann die Post ist gekommen“. – er geht langsam auf das Gitter zu - in der Zelle gibt es wenig Licht. Es gibt keine Fenster. Der Boden ist mit Blut besudelt. Die anderen Insassen lachen. „Endlich ein Brief von meiner Mutter. Schon seit drei Tagen bin ich ohne Briefe, und habe noch kein Anwalt. Kein Schwein kommt, um mich zu besuchen. Meine Mutter ist kindlich und glaubt das Heroin der Stadt zu sein. Ja, was für eine Mutter- so werde ich hängen! Bestraft und aufgehängt! (schreie) Aufgehängt! Heiliges Land, ich werde aufgehängt“. Einman macht den Brief auf und zerreisst ihn dann.

ALTER MANN


Der alte Mann ist ein internationaler Dieb und Betrüger. Er spricht und spricht und behauptet sogar unsichtbar zu sein. Er hat eine Glatze und verwendet eine Perücke. Er versucht sie abzuziehen. Er schreit und weint vor Schmerz. Bittet um Hilfe. Nach einer Minute reicht es. Er zieht einen großen Kamm aus seiner Hose heraus und beginnt seine Perücke weich zu kämmen. Er spricht mit der Perücke. Er findet einige Läuse. Seine Worte sind bedeutungslos.
„Ihr seid wieder da! Die Läuse sind mein Blut. Zorro, Bartmann, Rex, Ich freue mich, sie wiederzusehen. (
singt) Eins zwei drei, Polizei... - Es ist heute ein schöner Tag- Drei Läuse sind angekommen; drei Läuse sind gestorben... (pause) Aber Freunde, ich bin im Gefängnis und das ist kein Grund zu sterben. Das ist furchtbar. Ist so eine Schande... Ich wollte feiern aber mit toten Läusen ist das so blöd. Wartet schon! Wartet. Darf man fragen, warum Ihr gestorben seid? Verstehe! Perückenläuse sind Halbschuhe...(sing) Die Zellenläuse sind gestorben: im Grab geboren, im Grab gestorben“ (lacht hysterisch)

In einer anderen Zelle sind eine Frau und ein Mann. Die Frau ist angekettet. Der Mann ist ein Elektriker und die Frau eine Putzfrau.

ELEKTRIKER


Der Elektriker, ist in einem orangefarbenen Overall gekleidet
und hat schwarz gefärbte Haare: er wird auf den Boden gesetzt, ihm werden seine Schuhe und Socken ausgezogen. Er macht Pantomime. Er wäscht seinen Socken gegenüber dem Publikum. Er spricht mit dem Wasser. „Neues Wasser, neue Socken. Was kostet das Wasser? Wer will das bezahlen? Wer hat alte Socken? Ich? In dem Polizeiprotokoll haben sie es geschrieben. Darf ich lamentieren? (spricht mit einer Socke) Gestatten? (er massiert die Socken). Diese Stinkluft hier in der Zelle. (Er setzt sich die Socke ans Ohr…) Was meinst Du? Bitte Socke: nicht in diesem Ton! Ich weiss, dass ich seit drei Tagen hier bin. Sicher nicht! Ich lasse dich nicht in Ruhe... (Im Gespräch mit den Zuschauern) Wer die Socken nutzt, ist verflucht durch seine ganze Existenz. Die Socken werden alt und stinkend“


PUTZFRAU


Die Frau trägt einen blauen Overall. Keine Frisur und graues Haar. Sie reinigt die Gitter der Zelle und gleichzeitig spricht sie mit den Ketten und ihre Worte sind bedeutungslos.
„Keine Angst Ketten, ich bin Putzfrau und gleichzeitig eine Fee und kann ein paar Wunder vollbringen. (Sie streichelt die Ketten) . Du siehst ja wohl, wie ich angekettet bin. Wie kann eine Fee die Wünsche von den Ketten erfüllen? (pause) Die Ketten haben keine Angst und lachen sehr freundlich. Die Ketten trinken kein Bier sondern das Blut von den Opfern. Wie? (beunruhigt) Schon am Ende? Ich hasse kurze Ketten! - Bin ich so billiger? Aber klar! Sparen ist das Gesetz. Die Erde lebt von Rezessionen und es gibt kein Geld mehr für was Neues. Heutzutage fusionieren die Armen mit den Miserablen...
Die Moral des Krokodils. Ich finde das sehr katastrophal. Wohin ich schaue, nur Armut. Wohin ich blicke, ist Krieg oder Rache. Na ja. Drei Tage mit der gleichen Kette. (
Verwirrt und völlig beleidigt ) Ich bin eine Dame und nicht eine unanständiger Mensch. (pause) Ich bin nicht ein Luxusvorbild, aber immer eine Dame“. Einige Wörter sind in sizilianischer Mundart und die anderen in Dialekt von Basel.

Schnecken: Außerhalb der Zelle bewegen sich zwei Schnecken auf der rechten und zwei aus der linken Seite zur Mitte der Bühne, Umarmen sich und dann weiter Marsch


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